Metropolit Mark (Arndt)
Metropolit Mark (Arndt)
Der spätere Metropolit Mark, mit bürgerlichem Namen Arndt, stammte aus der Familie des evangelischen Pastors Johann Arndt, dessen Schriften der heilige Johannes von Kronstadt schätzte.
Der Junge Michail Arndt wurde am 29. Januar 1941 in Chemnitz in einer deutschen Musikerfamilie geboren und wuchs in Ostdeutschland auf. Die Familie floh nach Westdeutschland nach dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953, der von sowjetischen Panzern niedergeschlagen wurde und an dem der zwölfjährige Michail teilgenommen hatte.
Im Westen, in Frankfurt am Main, beschloss der Jugendliche am Gymnasium, das Studium der russischen Sprache fortzusetzen, obwohl er sich zunächst von allem Russischen abgewandt hatte. So lernte er die russische Emigration kennen, näherte sich der Orthodoxen Kirche an und trat 1964, nach seiner Rückkehr aus der Bundeswehr, zum orthodoxen Glauben über.
Er schloss sein Studium mit einer Doktorarbeit in Slawistik über die frühe Literatur des Fürstentums von Twer ab. In der Europaabteilung der Universität Maryland war er dann Inspektor für Fremdsprachenunterricht. An der Universität Erlangen lehrte er Slawistik.
Zunächst wurde er 1975 zum Diakon geweiht, nahm anschließend das Mönchtum an und wurde Priestermönch. An der in der Zarenzeit erbauten Wiesbadener Kirche auf dem Neroberg entstand aufgrund seiner gottesdienstlichen Tätigkeit eine kleine Mönchsgemeinschaft.
Nach seiner Weihe zum Bischof im November 1980 zog er mit seinen Novizen in das Münchner Männerkloster des heiligen Hiob, das sich zu dieser Zeit im Niedergang befand. Dort wurde das Klosterleben nach der Athos-Ordnung wiederhergestellt. Im Jahr 1982 wurde Bischof Mark die Leitung der gesamten Deutschen Diözese übertragen. Am Kloster wurde auch die Diözesanverwaltung eingerichtet.
Die Tätigkeit des Bischofs war vielfältig, kreativ und sehr wirkungsvoll. Die Diözese erlebte einen Aufschwung. Die Zahl der Geistlichen verdreifachte sich schließlich, die Zahl der Gemeinden – die einst im Sterben lagen – verdoppelte sich und sie füllten sich wieder, was mit der Öffnung der Grenzen und der Ankunft von Menschen aus der ehemaligen UdSSR zusammenhing, die sich in Deutschland der Kirche zuwandten. Zum Männerkloster kam im Jahr 2005 unter der Leitung von Bischof Mark ein Frauenkloster hinzu, dessen Äbtissin russisch-griechischer Herkunft ist und in dem dieselben strengen monastischen Regeln befolgt werden.
Bereits 1986 übertrug die Synode Bischof Mark auch die Verantwortung für Großbritannien und Irland, und er erfüllte diesen Auftrag dreißig Jahre lang. Im Zusammenhang mit der Besetzung von Klöstern der Russischen Auslandskirche auf dem Gebiet der palästinensischen Autonomie in den Jahren 1997 und 2000 wurde Erzbischof Mark zudem mit der Aufsicht über das Klosterleben im Heiligen Land betraut – dort eröffnete und renovierte er erneut die Lavra des Heiligen Chariton. Von diesen Aufgaben wurde er erst nach 26 Jahren befreit.
Dank seiner Initiativen in den 1990er Jahren kamen später die Sitzungen der Dialogkommissionen zwischen der Russischen Auslandskirche und dem Moskauer Patriarchat zustande, in denen er seitens der Auslandskirche den Vorsitz führte. Die Frucht dieser Arbeit war die Unterzeichnung im Mai 2007 des „Aktes über die kanonische Gemeinschaft“ durch die Ersthierarchen dieser beiden Teile der Russischen Kirche — Patriarch Alexij II. und Metropolit Lavr.
Viele Jahre lang war Erzbischof und später Metropolit Mark stellvertretender Vorsitzender des Synods. Sein persönlicher kirchlicher Beitrag als Geistlicher und Bischof über ein halbes Jahrhundert hinweg hat offenkundig tiefe historische Spuren in der Deutschen Diözese und in der Russischen Auslandskirche hinterlassen, und wohl auch in der Russischen Kirche insgesamt.
Kirchen
- VorsteherKathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands und des Hl. NikolausMünchen
- VorsteherKloster des Hl. Hiob von PočaevMünchen-Obermenzing
- VorsteherGemeinde d. Hl. ElisabethWiesbaden
- VorsteherDiözesanverwaltungMünchen-Obermenzing
- VorsteherGemeinde der Hl. Maria MagdalenaDarmstadt-Mathildenhöhe
- VorsteherGemeinde Maria SchutzBerlin
- VorsteherGrabkapelle der Hl. KatharinaStuttgart-Rotenberg