Deutsche Diözese

Russische Orthodoxe Kirche im Ausland

Die Jubiläumsausstellung

Die Jubiläumsausstellung erzählt hundert Jahre Geschichte der Deutschen Diözese anhand von Dokumenten, Fotografien und Gegenständen. Ihr Bogen beginnt bereits vor der Gründung der selbständigen Diözese im Jahr 1926. Zu den ältesten Exponaten gehören drei zweisprachige liturgische Bücher des Berliner Erzpriesters Alexios Maltzew – die Nachtwache von 1892, der Begräbnisritus von 1898 und ein Menologion von 1900 – sowie eine 1846 vom Heiligsten Regierenden Synod herausgegebene „Tafel der hohen Fest- und Gedenktage“. Sie verband die Gedenktage der Zarenfamilie mit bedeutenden Ereignissen der russischen Geschichte und prägte den gottesdienstlichen Kalender der Gemeinden.

Persönlich greifbar wird diese Geschichte am Beispiel des heiligen Märtyrers Alexander von München. Neben seinem Gestapo-Foto sind seine Ikone und eine Gemeindeliste von 1928 zu sehen, in der der elfjährige Alexander als Kommunikant eingetragen ist. Fotografien aus den Flüchtlingslagern nach 1945 und dort aus einfachsten Materialien gefertigte liturgische Geräte – darunter ein Asteriskus aus einer Konservendose, ein Holzkelch mit Glaseinsatz und ein improvisierter Osterleuchter – erzählen vom kirchlichen Neubeginn nach dem Krieg. Ein Setzkasten mit kyrillischen Lettern, Druckklischees und Papiermatrizen veranschaulicht zugleich die Arbeit der Druckerei des Klosters des heiligen Hiob von Počaev.

Drei historische Karten zeigen die Entwicklung von 76 Gemeinden im Jahr 1943 über mehr als 200 Gemeinden in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zu 79 Gemeinden im Jubiläumsjahr 2026. Weitere Tafeln verfolgen die Geschichte der Kathedralkirchen: von der ersten Berliner Kathedrale am Fehrbelliner Platz über die Barackenkathedrale im Lager Schleißheim bis zur heutigen Münchner Kathedralkirche, deren Umbau durch ein Architekturmodell dokumentiert wird. So wird sichtbar, wie Krieg, Flucht, politische Teilung und neue Migration die Diözese immer wieder veränderten und bis in die Gegenwart formten.

Die Ausstellung wurde vom 6. bis 8. Mai 2026 im Schloss Blutenburg in München gezeigt und anschließend als Wanderausstellung fortgeführt:

  • Stuttgart: 24.–30. Juli 2026
  • Köln: 1.–13. August 2026
  • Bielefeld: 14.–30. August 2026
  • Seyfriedsberg: 2.–14. September 2026
  • Wiesbaden: 15.–30. September 2026

Für die Wanderausstellung steht ein Audioguide auf Deutsch und Russisch zur Verfügung.