Deutsche Diözese

Russische Orthodoxe Kirche im Ausland

Russische Orthodoxe Kirche in Deutschland

Kontinuität seit drei Jahrhunderten

Luftaufnahme der russisch-orthodoxen Kirche der heiligen Elisabeth in Wiesbaden

Die Broschüre im Original

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Die Russische Orthodoxe Kirche in Deutschland

Seit über 300 Jahren bestehen in Deutschland russische orthodoxe Kirchen und Gemeinden. Seit 1926 bilden sie eine eigenständige deutsche Diözese, die zur Russischen Auslandskirche gehört.

Taufe eines Kreuzes in einem orthodoxen Taufbecken

18. und 19. Jahrhundert – Kirchen für Diplomaten, Adlige und Kurgäste

Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden russische Kirchen und Kapellen in Deutschland vor allem nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen oder infolge dynastischer Verbindungen, insbesondere durch die Einheirat russischer Großfürstinnen in deutsche Adelshäuser.

Zur russischen Botschaft in Berlin gehörte seit dem Jahr 1718 eine Hauskirche, die 1837 ihren festen Sitz in der Straße Unter den Linden erhielt und dem heiligen Vladimir geweiht war. Sie bestand über 200 Jahre, bis sie nach der Anerkennung der Sowjetunion durch Deutschland (Rapallo-Vertrag 1922) von den sowjetischen Behörden geschlossen wurde.

1725 wurde eine weitere russische orthodoxe Kirche im Kieler Schloss eingeweiht. Sie diente als Hauskirche für Anna Petrowna, Tochter des Zaren Peter des Großen und Gemahlin des Herzogs Karl-Friedrich von Holstein-Gottorp. Der Sohn aus dieser Ehe bestieg als Zar Peter III. im Jahre 1762 den russischen Thron. Er war mit Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst verheiratet, die als Katharina II. die Große 1762 bis 1796 die Geschicke Russlands lenkte. Ihr Sohn, Zar Paul I., war seinerseits mit der Württembergischen Prinzessin Sophie Dorothee verheiratet. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, darunter die Zaren Alexander I. und Nikolai I. In der Folgezeit stammten nahezu alle Zarinnen aus deutschen Adelshäusern: Zar Alexander I. war mit Prinzessin Luise Auguste von Baden verheiratet, Nikolai I. mit Prinzessin Charlotte von Preußen-Hohenzollern, die Zaren Alexander II. und Nikolai II. mit Prinzessinnen aus dem Hause Hessen-Darmstadt.

Weibliche Mitglieder der Zarenfamilie heirateten wiederum in deutsche Fürstenhäuser ein: u. a. die Häuser Württemberg, Sachsen, Mecklenburg, Hessen und Oldenburg waren eng mit der Romanow-Dynastie verwandt.

Die heute noch bestehenden russischen Kirchen in Stuttgart, Wiesbaden und Weimar gehen auf diese engen dynastischen Beziehungen zurück, weil die russischen Großfürstinnen auch nach ihrer Heirat am orthodoxen Glauben festhielten. In Stuttgart ist die Erinnerung an die Großfürstinnen Katharina und Olga besonders lebendig: u. a. das Olga- und das Katharinenhospital, weitere Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und Gymnasien zeugen bis heute von ihrem sozialen Engagement.

Die russische Kirche in Darmstadt – der hessischen Heimat der letzten Zarin Alexandra (Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt) – wurde gleichsam als Hauskirche der Zarenfamilie mit deren Privatmitteln errichtet.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden viele weitere russische Kirchen in den Kur- und Badeorten Westeuropas. Tausende wohlhabende Russen mit ihrem Gefolge, aber auch Lungenkranke in prekären Situationen verbrachten dort die Sommermonate. Auch russische Schriftsteller wie Dostojewskij, Turgenew und Tschechow hielten sich zeitweise in diesen Städten auf. Insgesamt 14 russische Kirchen, die vor dem Ersten Weltkrieg in Deutschland erbaut wurden, sind bis heute erhalten.

Historische Ansicht der russisch-orthodoxen Grabkapelle der Herzogin Elisabeth von Nassau in Wiesbaden

Jan Simon Voddiggel: Die Grab-Kapelle der Herzogin Elisabeth von Nassau, Wiesbaden, um 1855

20. Jahrhundert – Kirchen für Emigranten und Flüchtlinge

Nach der russischen Oktoberrevolution von 1917 dienten diese Kirchen zunächst der zahlreichen russischen Emigration als geistlicher Zufluchtsort. Darüber hinaus entstanden einige Hauskirchen. In den 1920-er Jahren wurde in Berlin schließlich eine Kathedralkirche errichtet. Infolge des „Schwarzen Freitags“ von 1929 und der Insolvenz der Gemeinde ging sie jedoch verloren und wurde später zweckentfremdet. 1938 wurde in Berlin eine neue Kathedrale eingeweiht, die bis heute besteht, 1945 jedoch durch die Alliierten dem Moskauer Patriarchat übergeben wurde.

Historische Aufnahme zweier russischer Aristokratinnen bei einer Spendensammlung in Berlin

Damen der ehemaligen russischen Aristokratie, eine Gräfin und eine Baronin, sammeln öffentlich für die Erhaltung der russischen Kirche am Fehrbelliner Platz in Berlin, Oktober 1929

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schlossen sich u. a. Bischöfe und Geistliche aus der Ukraine und Weißrussland der Deutschen Diözese an. Aufgrund der großen Flüchtlingsbewegungen in den unmittelbaren Nachkriegsjahren zählte sie zeitweise bis zu 200 russische Kirchen.

Dabei handelte es sich zunächst meist um „Barackenkirchen“, die in Flüchtlingslagern für orthodoxe Gottesdienste eingerichtet worden waren. Oft trugen sie auf dem Dach eine kleine Zwiebelkuppel und das typische russisch-orthodoxe achtendige Kreuz. Die meisten dieser provisorischen Kirchen verschwanden in den 1950er Jahren wieder. In Amberg dient eine solche Holzbaracke jedoch bis heute als Gemeindekirche und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Auch die Kirchen in Erlangen und Mannheim gehen auf solche Baracken zurück. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht die Kirche in München-Ludwigsfeld, eine Nachfolgerin der Barackenkirche aus dem ehemaligen Flüchtlingslager in Schleißheim-Feldmoching.

Zahlreiche orthodoxe Flüchtlingsgemeinden wanderten in den 1950er Jahren geschlossen nach Übersee aus. Einige Gemeinden blieben jedoch und begannen allmählich, eigene Kirchen zu errichten – so zunächst in Hamburg, Frankfurt und München-Ludwigsfeld; andere feierten ihre Gottesdienste in katholischen und evangelischen Kirchenräumen oder in angemieteten Sälen. Mit dem großen Zustrom orthodoxer Gläubiger aus der ehemaligen Sowjetunion in den 1990er Jahren konnten weitere Kirchen, meist Umbauten, errichtet werden: die Kathedralkirche in München sowie die Gotteshäuser in Köln mit großem Gemeindezentrum, Augsburg, Berlin, Bielefeld, Cloppenburg, Hannover, Oldenburg, Saarbrücken und viele weitere.

Heute gehören über siebzig Gemeinden zur Deutschen Diözese der Russischen Auslandskirche. Etwa ebenso viele Gemeinden gehören zum Moskauer Patriarchat. Die meisten von ihnen sind jüngeren Datums und gehen auf die Zuwanderung nach der Wiedervereinigung Deutschlands zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte die Diözese fast eine halbe Million Gläubige. Nach der Abwanderung in den Folgejahren sank die Zahl der Gläubigen in den 1970er Jahren auf etwa 27.000 Personen. In den darauffolgenden Jahrzehnten wuchs sie jedoch erneut stark an. Heute ist von über 300.000 russisch-orthodoxen Gläubigen in Deutschland auszugehen.

Die russisch-orthodoxen Gemeinden waren traditionell offen für alle Nationalitäten, da es jahrzehntelang keine anderen orthodoxen Diözesen auf deutschem Boden gab. Drei Bischöfe der Diözese waren bzw. sind gebürtige Deutsche: Metropolit Seraphim (Lade, 1938–1950), Metropolit Mark (Dr. Arndt, 1980 bis heute) und Bischof Hiob (Dr. Bandmann, seit 2021 Weihbischof von Stuttgart).

Jugendliche bei der Pflege orthodoxer Gräber auf dem Friedhof in Wiesbaden

Alljährliche Grabpflege auf dem orthodoxen Friedhof in Wiesbaden durch die Jugend der Diözese, November 2025

Die „Russische Orthodoxe Diözese von Berlin und Deutschland“: älteste Orthodoxe Diözese auf deutschem Boden

Die beträchtliche Zahl der russischen Emigranten, die in den 1920-er Jahren in Deutschland lebten, führte zur Errichtung einer selbständigen russischen Diözese. Innerhalb der westeuropäischen Metropolie der Auslandskirche wurde zunächst ein Vikariat gebildet (1924), welches dann im Jahre 1926 in eine eigenständige Diözese mit einem leitenden Bischof umgewandelt wurde. 1936 erfolgte die Anerkennung der Diözese als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ihre offizielle Bezeichnung lautet seitdem „Russische Orthodoxe Diözese des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland“. Dieser „orthodoxe Bischof“ war lange für alle orthodoxen Gläubigen in Deutschland zuständig, gleich welcher Nationalität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Körperschaftsgesetz von den Kultusministerien der Länder durch Neuverleihung bestätigt. Durch ein „Gesetz über den Grundbesitz der Russischen Kirche“ war noch 1938 aller Kirchenbesitz aus der Zeit vor 1914, soweit er sich nicht in staatlichem oder privatem Besitz befand, auf die Diözese übertragen worden. Die Rechtmäßigkeit dieses Vorgangs wurde nach 1945 von verschiedenen Seiten mehrfach bestritten, jedoch höchstrichterlich im Jahre 1983 endgültig zugunsten der Deutschen Diözese der ROKA entschieden.

Die organisatorische Grundlage der deutschen Diözese bildet die Diözesanordnung, die 1935 zunächst als „Verfassung der Orthodoxen Kirche in Deutschland“ in Kraft trat und 2014 mit Beschluss der Diözesanversammlung erweitert und reformiert wurde. Gemäß dieser Ordnung steht dem Diözesanbischof ein Diözesanrat aus 10 Mitgliedern, die alle zwei Jahre in der Diözesanversammlung aus dem Priester- und Laienstand gewählt werden, zur Seite.

Historische Prozession zur Grundsteinlegung der zweiten russisch-orthodoxen Kathedralkirche in Berlin

Prozession zur Grundsteinlegung der zweiten Kathedralkirche in Berlin am Hohenzollerndamm, August 1936

Zusammenarbeit mit anderen Orthodoxen Kirchen in Deutschland

Durch die Zuwanderung orthodoxer „Gastarbeiter“ aus Griechenland und Serbien in den 1960er Jahren änderte sich die Situation der Orthodoxen in Deutschland. Seit 1965 gibt es hierzulande eine „Griechische Metropolie“ und seit 1969 ein „Westeuropäisches Erzbistum“ der Serbischen Kirche. Die Gemeinden der genannten Nationalitäten hatten zunächst eine provisorische Struktur.

Doch mit der Zeit zogen die Familien nach und eine neue Generation wuchs in Deutschland heran. Ähnlich wie zuvor die russischen Gemeinden gaben diese Gemeinden allmählich ihre angemieteten Räume auf und bauten eigene Kirchen. Im Zuge der Erweiterung Europas und später auch der Flüchtlingsbewegungen kamen weitere orthodoxe kirchliche Strukturen hinzu. Mittlerweile sind in Deutschland auch die bulgarische, die rumänische, die georgische und die syrisch-antiochenische Kirche vertreten. Das Moskauer Patriarchat weitete nach der Wiedervereinigung Deutschlands seine Tätigkeit auf den Westen aus. Im Zuge dieser Entwicklungen kam es zunächst 1994 zur Gründung einer „Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland“ (KOKiD), die 2010 durch einstimmigen Beschluss der orthodoxen Bischöfe in Deutschland zur „Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland“ (OBKD) ausgeweitet wurde.

Im Rahmen der OBKD arbeitet die deutsche Diözese z. B. auf dem Gebiet des orthodoxen schulischen Religionsunterrichts, in der Übersetzungskommission für die Vereinheitlichung liturgischer Texte und der Theologischen Kommission mit den anderen Orthodoxen Kirchen zusammen. Auch gemeinsame Pfarrkonferenzen spiegeln diese Einheit wider.

Ikonostase und Ostwand der Kirche der heiligen Märtyrerin Alexandra in Bad Ems

Ostwand der Kirche der hl. Märtyrerin Alexandra in Bad Ems

Pastorale Fürsorge

Die Russische Auslandskirche (ROKA) schaut auf ein Jahrhundert pastoraler Tradition zurück. Sie war einst aus der Notwendigkeit entstanden, das kirchliche Leben der russischen Gläubigen außerhalb der Sowjetunion zu organisieren. Nach der Oktoberrevolution hatten sich die Grenzen verschoben, die UdSSR war kleiner als das Zarenreich, so dass sich zum Beispiel zahlreiche russische Gläubige in Nordchina wiederfanden, ohne ihren Wohnort gewechselt zu haben. Hinzu kamen die Emigranten in vielen Teilen der Welt, so auch in Europa und speziell in Deutschland. Ihre Gesamtzahl wird auf über 1 Million geschätzt, in der Zwischenkriegszeit sorgte die ROKA in ca. 1000 Gemeinden für die geistliche Betreuung der Gläubigen im Ausland.

Als freier Teil der Russischen Kirche sah die Auslandskirche ihre Verantwortung jahrzehntelang darin, die Verfolgung der Kirche unter der Sowjetherrschaft anzuprangern und die Gläubigen auch in der Sowjetunion selbst nach Kräften zu unterstützen.

Dies geschah u. a. durch religiöses Schrifttum, was ein umfassendes Druckerei- und Verlagswesen erforderte. Obwohl die ROKA als Teil der russischen Immigration in der Nazizeit strengen Beschränkungen unterworfen war, kümmerte sich die deutsche Diözese um die Kriegsgefangenen und Ostarbeiter in Deutschland sowie die Gläubigen in den vom Naziregime besetzten Gebieten.

Nach Kriegsende 1945 befanden sich in Deutschland und Österreich mehrere Millionen Menschen aus der UdSSR. Ein tragisches Kapitel ist die – von den westlichen Alliierten als Teil des Jalta-Abkommens unterstützte – zwangsweise Rückführung von 3,5 Millionen Menschen in die Sowjetunion. Stalin hatte im August 1941 alle Kriegsgefangenen pauschal als „Verräter“ gebrandmarkt. Zurück in der UdSSR waren sie im besten Fall lebenslang Menschen „zweiter Klasse“, verschwanden in den Arbeitslagern oder wurden erschossen.

Die Geistlichen der deutschen Diözese setzten alle ihre Kräfte ein, um die Menschen vor der Zwangsrepatriierung zu retten. Dies geschah in sogenannten DP-Lagern (DP = displaced persons), wo sich ein reges kirchliches und kulturelles Leben entwickelte. Auch in den Kirchen, die sich früher bereits auf dem Territorium Deutschlands befunden hatten, blühte das kirchliche Leben auf. In einer zeitgenössischen Schilderung aus dem Jahre 1946 heißt es: „Zahlreiche orthodoxe Kirchen, die von den Flüchtlingen eingerichtet wurden, stellen heute Zentren geistlichen Lebens von hohem Niveau dar. Nach den Schrecken des Krieges, dem Verlust von Verwandten und Freunden […] und nach langen Monaten der Unruhe und Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft, sind die orthodoxen Gläubigen in ihren Kirchen vereint“.

Entsprechend kümmerten sich die Geistlichen nicht nur um die Seelsorge. Auch Schulunterricht, Arbeit und Wohnungsbeschaffung, Familienzusammenführungen und Passangelegenheiten gehörten zur Gemeindearbeit. Nachdem Berlin, wo in der Zwischenkriegszeit die Kirchenleitung residierte, wegen des sowjetischen Einflusses zu einem gefährlichen Ort geworden war, verlagerte sich der Schwerpunkt der kirchlichen Immigration nach München. Hier residierte nicht nur die Kirchenleitung der deutschen Diözese, sondern von 1945 bis 1950 auch das Oberhaupt der ROKA – Metropolit Anastasij – mit dem Bischofssynod. In München arbeitete auch ein kirchliches Auswanderungsbüro.

Bischof Nathanael inmitten von Kriegsflüchtlingen und Ostarbeitern im DP-Lager Fischbeck

DP-Lager Fischbeck, Bischof Nathanael (Lvov) inmitten von Kriegsflüchtlingen und Ostarbeitern, 1946

Dank dieser kirchlichen Initiativen erklärten sich Länder in Übersee zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit: allein nach Argentinien konnten bis 1950 rund 25.000 Flüchtlinge auswandern, nach Paraguay gingen 8.000 und nach Australien und Neuseeland weitere 30.000 Flüchtlinge. Die meisten jedoch – mehr als eine halbe Million Menschen – fanden in den USA und Kanada Zuflucht. Die enge Verbundenheit zwischen den Flüchtlingen und der Kirche drückte sich u. a. darin aus, dass ganze Gemeinden mit ihren Geistlichen gemeinsam auswanderten. Die Auswanderungen dauerten bis Ende der 1950er Jahre an. Zwar gab es Anfang der 1970er Jahre in Deutschland noch rund 140 Orte mit verbliebenen Restgemeinden, in denen gelegentlich – meist nur einige Male im Jahr – Gottesdienste gefeiert wurden. Der Bestand dieser Gemeinden war jedoch auf wenige Familien geschrumpft und ging weiter zurück, bis schließlich nur noch etwa 40 übrigblieben.

Als die Zahl der orthodoxen Gläubigen in den 1990er Jahren wieder stark zu wachsen begann, wirkten diese einstigen Gemeinden wie Kondensationskerne. Seither hat sich die Zahl der Gemeinden verdoppelt und die Zahl der Geistlichen vervierfacht.

Die mit dem Einmarsch russischer Truppen in der Ostukraine verbundene Flüchtlingswelle ließ seit dem Jahr 2022 die Zahl der Geistlichen und Gläubigen in den Gemeinden der ROKA in Europa und speziell in Deutschland erneut schlagartig anwachsen. Die Gemeinden der ROKA sowie die von der Diözese gegründete „Alexander-Schmorell-Stiftung“ setzten sich intensiv für die Ukrainehilfe ein, sowohl in Bezug auf die Flüchtlinge in Deutschland, als auch auf die Notleidenden in der Ukraine. Hunderttausende ukrainische Gläubige und Kleriker integrieren sich nicht nur in die deutsche Gesellschaft, sondern zugleich auch in die Gemeinden der ROKA, die hierzulande wie in ganz Europa eine geistliche Heimat für orthodoxe Gläubige unterschiedlicher Nationalitäten darstellt.

Zu den Aufgaben der Geistlichkeit gehört zunächst das liturgische Leben in seiner ganzen Fülle, zugleich aber auch die pastorale Fürsorge um solche, die die Gottesdienste nicht besuchen können – alte und kranke Menschen –, weiterhin die Jugendarbeit (u. a. Gemeindeschulen, Freizeiten, russische Pfadfinder), Integration der Neuankommenden sowie karitative Tätigkeit. Da die Diözese keine Kirchensteuer bezieht, leistet die Kirchenstiftung einen unverzichtbaren Beitrag zu dieser Arbeit.

Gruppenfoto der orthodoxen Jugendkonferenz Predgorje in Wessobrunn

Orthodoxe Jugendkonferenz „Predgorje“, Wessobrunn, Dezember 2025

Vereinigung der Russischen Kirche

Aufgrund der Machtergreifung des atheistischen Regimes in Russland 1917 und ihrer blutigen Folgen lebte die Russische Kirche notgedrungen in kirchenrechtlich voneinander getrennten Teilen. Neben der „offiziellen Kirche“ (Moskauer Patriarchat) gab es innerhalb der UdSSR mehrere kirchliche Strukturen im Untergrund. Die Russische Auslandskirche (ROKA) verstand sich stets als Teil der Russischen Kirche, der infolge der politischen Umstände selbständig existierte. Sie setzte sich aktiv für die verfolgten Christen in der UdSSR ein, unterstützte sie durch Literatur, Rundfunk und religiöse Informationen. Über die Jahrzehnte hinweg bewahrte sie im Ausland ihre Eigenständigkeit und geistliche Tradition. Zugleich sah sie sich immer wieder Versuchen ausgesetzt, ihre kirchliche Legitimität in Frage zu stellen. Die Veränderungen im Russland der 1990er Jahre bildeten die Grundlage für die Überwindung dieser kirchenpolitischen Spannungen.

Auf Initiative des damaligen Erzbischofs Mark, des Oberhaupts der deutschen Diözese der ROKA, wurden die Hürden allmählich abgebaut. Den Auftakt dieses Prozesses bildeten theologische Gesprächsrunden zwischen Vertretern der beiden in Deutschland ansässigen russisch-orthodoxen Diözesen (Moskauer Patriarchat und Russische Auslandskirche), die unter der Leitung ihrer jeweiligen Diözesanbischöfe von 1993 bis 1997 stattfanden. Ab 2000 wurde diese Initiative ausgeweitet und mündete schließlich in den „Akt über die kanonische Gemeinschaft“ (17. Mai 2007), welcher die liturgische Wiedervereinigung unter Wahrung der administrativen Eigenständigkeit besiegelte. Die Russische Auslandskirche bewahrt dabei ihre Autonomie, bleibt selbstverwaltend mit eigenem Bischofskonzil, steht aber zugleich in voller Kommunionsgemeinschaft mit der gesamten Russischen Kirche. Dieser Status ist vergleichbar mit dem der Ukrainischen (bis 2022) und der Weißrussischen Kirche. Diese haben ebenfalls eigene Bischofskonzile, deren Bischöfe nehmen jedoch auch an den Bischofskonzilien und am Allgemeinen Landeskonzil des Moskauer Patriarchats teil. Der außergewöhnliche historische, pastorale und kanonische Weg der Russischen Auslandskirche wurde auf diesem Weg sowohl von den übrigen Teilen der Russischen Kirche, als auch von den anderen orthodoxen Lokalkirchen anerkannt.

Auf der Grundlage dieser Autonomie beteiligt sich die deutsche Diözese selbständig an kooperativen Projekten in der Orthodoxie, u. a. in der Übersetzungskommission und bei der Entwicklung des staatlichen Religionsunterrichts, welcher von der Auslandskirche bereits 1956 in Koordination mit den Kultusministerien einiger Bundesländer eingerichtet wurde.

Die theologische Priesterausbildung der deutschen Diözese erfolgt sowohl in Kooperation mit dem Seminar und der Geistlichen Akademie von Kiew (Ukraine), als auch mit der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Über die innerdeutsche Zusammenarbeit hinaus pflegen Metropolit Mark und andere Geistliche seiner Diözese z. B. als Mitglieder der Kommissionen für Kirchenrecht, für liturgische Texte und zur Vorbereitung des Gesamtkonzils den Austausch und die Zusammenarbeit mit dem Moskauer Patriarchat.

Auch die seit dem 19. Jahrhundert gewachsenen engen Beziehungen der Auslandskirche mit der Serbischen Kirche und dem Jerusalemer Patriarchat werden von Deutschland aus gepflegt.

Erzbischof Tichon von Ruza und Bischof Hiob von Stuttgart auf einer gemeinsamen Pastoralkonferenz

Erzbischof Tichon von Ruza (ROK MP rechts) und Bischof Hiob von Stuttgart (ROKA, links) auf der Gemeinsamen Pastoralkonferenz der beiden deutschen Diözesen der ROK, Oktober 2025

Zwei orthodoxe Klöster auf deutschem Boden

Das orthodoxe Mönchskloster des heiligen Hiob von Počaev in München-Obermenzing besteht seit 1945. Seine Tradition geht auf das in der heutigen Westukraine liegende Počaev-Kloster zurück. Dessen Mönche hatten 1926 einen Ableger in Ladomirova in der Ostslowakei gegründet, mussten jedoch mit dem Vorrücken der Roten Armee in den Westen fliehen. Im Nachkriegsdeutschland fanden die rund 40 Mönche zunächst keine Lebensgrundlage und wanderten größtenteils nach Übersee aus. Über viele Jahre hinweg lebten nur noch wenige betagte Mönche im Münchner Kloster. Einen Neuanfang bildete die Ankunft des jungen Bischofs Mark, der 1980 mit zwei Novizen aus Wiesbaden nach München übersiedelte und das monastische Leben neu organisierte.

Im Kloster wurde eine Kerzengießerei eingerichtet, von der die Gemeinden bis heute ihre Kerzen beziehen. Außerdem wurde die Klosterdruckerei modernisiert. Orthodoxes Schrifttum in deutscher und russischer Sprache wird herausgegeben, darunter die Diözesanzeitschrift „Der Bote“ (www.derbote.online).

Metropolit Mark mit der Bruderschaft des Klosters des heiligen Hiob von Počaev in den bayerischen Alpen

Metropolit Mark, Abt des Klosters des hl. Hiob von Počaev, mit der Bruderschaft des Klosters in den bayerischen Alpen

Die regelmäßig durchgeführten „Orthodoxen Seminare“ mündeten in die Buchreihe „Begegnung mit der Orthodoxie“, die im Kloster verlegt wurde. Weitere orthodoxe Literatur theologischer und liturgischer Art, darüber hinaus ein zweisprachiger Kirchenkalender, erscheinen seit Jahrzehnten im Klosterverlag.

Die Publikation von orthodoxem Schrifttum in deutscher Sprache begann jedoch bereits im 19. Jahrhundert durch den damaligen Erzpriester an der Berliner russischen Botschaftskirche, Alexej Maltzeff. Über Jahrzehnte hinweg bildeten seine Übersetzungen die Grundlage deutschsprachiger liturgischer Texte. Durch die Bruderschaft des hl. Hiob kam neue Bewegung in die Übersetzung und Herausgabe orthodoxer Gebets- und Gottesdiensttexte (z. B. die Gottesdienste der Großen Fastenzeit und der Osterwoche, Liturgie, Abend- und Morgengottesdienst, Gebetbuch etc.). Seit 2015 wird diese Arbeit im Rahmen der Übersetzungskommission der OBKD unter Leitung von Metropolit Mark fortgeführt.

Jüngeren Datums ist das Frauenkloster, das der Neumärtyrerin und Großfürstin Elisabeth geweiht ist. 2005 konnte die damals kleine Gruppe von Anwärterinnen auf das monastische Leben unter Leitung der heutigen Äbtissin Maria (Sidiropoulou) die leerstehenden Gebäude der Maria-Ward-Schwesternschaft in Buchendorf bei Gauting südlich von München übernehmen. Auch hier entwickelte sich ein vielfältiges kirchliches Handwerk: eine Goldstickerei, eine Buchbinderei und eine Prosphoren-Bäckerei. Jährlich finden Freizeiten für orthodoxe Mädchen im Kloster statt.

Prozession beim Patronatsfest und 20-jährigen Jubiläum des Nonnenklosters in Buchendorf

Patronatsfest und 20-jähriges Jubiläum im Nonnenkloster zu Buchendorf, Oktober 2025

Vor allem aber geht es im monastischen Leben – ob Männer- oder Frauenkloster – um das konzentrierte Gebet und eine stetige Hinordnung des Lebens auf die Gotteserfahrung. In den täglichen Gottesdiensten erhalten auch neu geweihte Priester ihre praktische Ausbildung. Als geistliche Zentren spielen die beiden Klöster nicht nur für die deutsche Diözese eine große Rolle, sondern darüber hinaus auch für die europäischen Nachbarländer. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus in den osteuropäischen Staaten kommen ständig Besucher und Pilger aus aller Herren Länder nach München und Buchendorf, um ihre geistliche Erfahrung zu vertiefen.

Die Münchner Gemeinde

Seit 1945 befinden sich das Zentrum der deutschen Diözese und Sitz der Diözesanverwaltung in München, denn die im Jahr 1938 in Berlin erbaute Kathedralkirche stand seit 1945 nicht mehr zur Verfügung. Die Münchner Gemeinde besteht bereits seit 1922, doch wurden die Gottesdienste an verschiedenen Orten abgehalten, nach dem Krieg musste sich die Gemeinde mit einem Provisorium zufriedengeben.

Nach dem Abzug der US-Armee konnte die Gemeinde 1993 die Kirche in der ehemaligen amerikanischen Siedlung am Perlacher Forst erwerben. Im Laufe der Jahre wurde dieses den Neumärtyrern und Bekennern Russlands geweihte Gotteshaus mit einem Glockenturm, Zwiebelkuppeln, einer Seitenkapelle und Wandmalereien zu einer Kirche im Stil von Pskov umgestaltet. Auf diese Weise hat die Diözese hier ihr repräsentatives Zentrum (www.sobor.de). An der großen Kirchweihe im Jahr 2017 nahm u. a. Metropolit Onufrij, das Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, teil und stand den Gottesdiensten als Ehrengast vor.

An die Kirche angegliedert ist die Puschkin-Schule, in der Russisch, Geschichte und Literatur, Kunst und Orthodoxer Religionsunterricht gelehrt wird. Letzterer wird vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kunst anerkannt, gilt als schulisches Pflichtfach, umfasst Grundschule und weiterführende Schulen einschließlich Abitur. Etwa 150 Kinder und Jugendliche besuchen z. Zt. diesen Unterricht regelmäßig, und da die Innenräume knapp werden, ist ein Erweiterungsbau angedacht.

Historische Aufnahme des Umzugs der Münchner orthodoxen Gemeinde mit einem angemieteten Stadtbus

Umzug der Münchner Gemeinde vom Salvatorplatz zum heutigen Standort in die Lincolnstraße. Ein eigens angemieteter Stadtbus diente als Transportmittel für den Heiligen Altartisch, 1993

Heilige und Märtyrer

Wegweisend sind die Heiligen. Auch Heilige aus Deutschland werden in der Russischen Kirche verehrt. Einer von ihnen ist der heilige Prokopius von Ustjug, ein „Narr in Christo“, dem die beiden Kirchen in Hamburg und Lübeck geweiht sind. Er stammte aus Lübeck und lebte Ende des 13. Jahrhunderts zunächst als Hansekaufmann in Nowgorod, wo er die Orthodoxie kennenlernte. Unter dem Einfluss seines geistlichen Vaters, des Mönches Warlaam, trat er in ein Kloster ein und widmete sich dem Gebet. Um der wachsenden Bewunderung seiner Mitbrüder zu entgehen, verließ er das Kloster und zog in die Einsamkeit des hohen Nordens nach Ustjug. Dort führte er ein asketisches Leben unter freiem Himmel, nahezu unbekleidet und allein unter dem Schutz Gottes, bis zu seinem Tod im Jahre 1303. Für seine asketische Lebensweise und unablässige Bußpredigt wurde er von vielen Zeitgenossen verachtet und abgelehnt.

Zwei weitere frühe Heilige der Russischen Kirche, die in höchster Askese und Bescheidenheit lebten, stammen aus Deutschland: der selige Isidor von Rostow, ebenfalls „Narr in Christo“ und Wundertäter († 1474), sowie der hl. Johannes von Rostow († 1581). Der „Narr in Christo“ wählt eine im Westen weitgehend unbekannte Form der Gotteshingabe: Er lebt bewusst außerhalb gesellschaftlicher Normen, nimmt Spott und Verfolgung auf sich und betet – im Sinne der Bergpredigt – für seine Verfolger. Nicht selten werden solchen Asketen auch außergewöhnliche geistliche Gaben zuteil.

Auch im 20. Jahrhundert hat Deutschland Heilige hervorgebracht. So ist das Frauenkloster der Deutschen Diözese der hl. Neumärtyrerin und Großfürstin Elisabeth geweiht – der geborenen Prinzessin von Hessen-Darmstadt. Nach ihrer Heirat mit dem Großfürsten Sergei Alexandrowitsch, dem Gouverneur von Moskau, nahm sie den orthodoxen Glauben an – ebenso wie ihre Schwester Prinzessin Alix, die spätere Zarin Alexandra und Gemahlin des Zaren Nikolai II.

Elisabeth gründete nach der Ermordung ihres Mannes bei einem Attentat im Jahr 1905 in Moskau ein Kloster, in dem sie ihr Leben und ihr Vermögen in den Dienst der Leidenden und Armen stellte.

Nach der Oktoberrevolution wurde die Zarenfamilie zusammen mit ihren treuen Dienern am 17. Juli 1918 von den Bolschewiken ermordet. Bereits am folgenden Tag erlitt auch Großfürstin Elisabeth im Ural gemeinsam mit mehreren Verwandten sowie ihrer Novizin Barbara dieses Schicksal. Heute erinnern an den Orten ihres Martyriums Kirchen an ihr Opfer.

Die Russische Auslandskirche verherrlichte die Zarenfamilie einschließlich der beiden hessischen Schwestern sowie tausende weitere Märtyrer des kommunistischen Regimes bereits im Jahr 1981. In Moskau erfolgte die Heiligsprechung im Jahr 2000. Eine besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang sowohl die Kirche der hl. Maria Magdalena in Darmstadt – eine persönliche Widmung der Zarenfamilie –, als auch die gleichnamige Kirche im Garten Gethsemane in Jerusalem, in der die Leiber der Großfürstin Elisabeth und ihrer Novizin Barbara nun ruhen.

Aufgrund der Bedeutung dieser Heiligen der neueren Zeit wurde auch die Kathedralkirche in München der gesamten Schar der russischen Neumärtyrer geweiht. Darstellungen aller oben erwähnten Heiligen aus Deutschland finden sich sowohl auf der Ikonostase als auch auf den Wänden der Münchner Kirche. Mehr noch: die Reliquien der Zarenfamilie und ihrer treuen Diener sowie der heiligen Elisabeth und Barbara sind hier ausgestellt und werden verehrt.

Historische Zeitungsausgabe über die Heiligsprechung der russischen Neumärtyrer

Zudem erwies sich der Standort dieser Kirche als Gottes Fügung, denn er hängt mit einer weiteren herausragenden Gestalt des 20. Jahrhunderts zusammen: Das Gebäude, das die Münchner Gemeinde nach jahrzehntelanger Suche übernehmen konnte, befindet sich in unmittelbarer Nähe des Gefängnisses Stadelheim, in welchem am 13. Juli 1943 Alexander Schmorell für seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus durch die NS-Guillotine hingerichtet wurde. Alexander Schmorell, geboren in Orenburg in Russland, blieb seinem orthodoxen Glauben zeitlebens treu und empfing noch am Tag seiner Hinrichtung die Heilige Kommunion vom Abt Alexander Lowtschy, dem späteren Erzbischof von Berlin und Deutschland. Dieser war es auch, der den 25-Jährigen auf dem angrenzenden Friedhof „Am Perlacher Forst“ beisetzte.

Alexander Schmorell war mehr als ein Mitbegründer der „Weißen Rose“: Zu zweit mit Hans Scholl verfasste, vervielfältigte und verbreitete er sämtliche Flugblätter, die den Namen „Weiße Rose“ trugen – ohne das Wissen ihrer Freunde, die erst nach deren Russland-Aufenthalt zu der Aktion stießen. Hierzulande ist kaum bekannt, welche Rolle Alexander Schmorell in der „Weißen Rose“ spielte und wie er als russisch-orthodoxer Christ seine Glaubensmotivation in den Gestapo-Verhören bekannte.

Sein im Gefängnis verfasstes „Politisches Bekenntnis“ zeichnet eine klare russisch-europäische Perspektive der Brüderlichkeit, die im Christentum wurzelt. Dieser Text sowie die Verhörprotokolle wurden 1993, im 50. Jahr der Hinrichtung, im Moskauer „Sonderarchiv“ aufgefunden. Im gleichen Jahr unterzeichnete die Münchner Gemeinde den Vertrag über den Kauf ihrer den Blutzeugen des 20. Jahrhunderts zu weihenden Kirche. Im Februar 2012 wurde Alexander Schmorell schließlich unter Beteiligung zahlreicher Geistlicher und Gläubiger als Neumärtyrer verherrlicht (s. www.sobor.de).

Das mit Blumen geschmückte Grab des heiligen Neumärtyrers Alexander Schmorell

Das Grab des hl. Neumärtyrers Alexander Schmorell am Tag seiner Heiligsprechung, 2012

Die Verehrung der Heiligen Deutschlands und damit die Verwurzelung der Orthodoxie in Deutschland drückt sich nicht zuletzt auch dadurch aus, dass die Diözese die Heiligen der ersten 9 Jahrhunderte des Christentums hierzulande sukzessive in ihren Heiligenkalender aufnimmt, Pilgerfahrten zu ihren Wirkstätten durchführt und den Heiligen Deutschlands einen gemeinsamen Festtag – den 3. Oktober – gewidmet hat.

Ikone der Heiligen der Deutschen Lande

Ikone der „Heiligen der Deutschen Lande“

Heute ist die Orthodoxie in Deutschland in ihren vielfältigen nationalen Ausprägungen präsent und bildet mit gut drei Millionen Gläubigen die drittgrößte christliche Gemeinschaft des Landes. Ihren ältesten integralen Bestandteil bildet dabei die in Deutschland verwurzelte Diözese der Russischen Auslandskirche.

Spendenkonto

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Blick über München mit der Kuppel einer russisch-orthodoxen Kirche

„Eines lege ich Euch ans Herz: Vergesst Gott nicht!“ — Neumärtyrer Alexander Schmorell, München–Stadelheim 1943