Erzpriester Nikolai Artemoff

Was bedeutet für uns die kanonische Gemeinschaft? Das Auslandskonzil in San Francisco wird sich mit zwei Hauptfragen beschäftigen: Die Mission und der Dienst der Russischen Auslandskirche unter den heutigen Bedingungen und die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Teilen der Russischen Kirche, dem innerrussischen und dem der Russischen Kirche im Ausland. Diese beiden Fragen sind eng miteinander verbunden, weil die Mission der Auslandskirche nicht nur in der Verkündigung der Orthodoxie unter Nicht-Orthodoxen besteht, sondern auch die Aufgaben betrifft, die sich aus der tragischen Teilung der Russischen Kirche ergeben. Die Auslandskirche sollte die gesunden Grundlagen der russischen Orthodoxie bewahren, die zum großen Teil wegen der Verfolgungen in der UdSSR dort nur sehr schwer bewahrt werden konnten. Die Vertreibung, die Verarmung, das Leben in der Fremde kehrten uns um zum Geistigen und ließen uns deutlich erkennen, was wir verloren hatten, zeigten uns den Sinn der russischen Tragödie, damit wir sie beweinen und verarbeiten. Unter der Leitung ihrer Ersthierarchen, angefangen mit den Metropoliten Antonij (Chrapovickij) und Anastasij (Gribanovskij), entfaltete die Russische Auslandskirche die ihr eigene pastorale Praxis, unter neuen, bis dahin nicht gekannten Bedingungen. Der andere Teil der Russischen Kirche, der in der Heimat verblieben war, lernte, Christus im Feuersturm der umfassendsten Christenverfolgungen der Geschichte zu bekennen. Wir wissen, dass die Kirchentrennung weitere Trennungen – nun innerhalb dieser beiden Teile der Russischen Kirche – bedingte. Die Wiederherstellung der verlorenen Einheit mag nicht nur zu einer Zusammenführung der einzigartigen Erfahrungen werden, die ein jeder Teil in der Zeit der Trennung erwarb, sondern auch zur Befriedung vieler anderer Missstände führen. Das Ende des Gegeneinander sollte der erste Schritt dazu sein. Mit diesem Ziel wurden die Kommissionen der beiden Seiten bestellt, die Vorschläge erarbeiteten, welche der Neuordnung der Beziehungen zwischen beiden Teilen der Russischen Kirche dienen sollten, und sie den Kirchenleitungen unterbreiteten. Das Bischofskonzil des Moskauer Patriarchats hieß die Arbeit der Kommissionen gut und beauftragte den Synod, die Arbeit zu Ende zu führen, und schließlich „einen kanonischen Akt zu vollziehen, durch den die eucharistische Gemeinschaft und die Einheit wiederhergestellt wird" (Bestimmung des Bischofskonzils der Russischen Kirche, 3.-8. Oktober 2004). Was uns betrifft, so ist eine umfassende Diskussion derselben Fragen auf der Ebene des Gesamtkonzils der Auslandskirche vorgesehen (unter Teilnahme von Vertretern des Klerus, des Mönchtums und der Laien). Die Entscheidungen werden durch das Bischofskonzil getroffen, das dem Gesamtkonzil unmittelbar folgt. Die Annahme des kanonischen Akts durch beide Seiten bedeutet nicht eine Auflösung der Russischen Auslandskirche. Wie unser Ersthierarch, der Metropolit Laurus, vermerkt (s. Sendschreiben an die Diözesanversammlung der australisch-neuseeländischen Diözese) wird die Russische Auslandskirche ihre Eigenständigkeit bewahren. In der Praxis bedeutet das, dass ihre Bezeichnung und ihre Satzung, ihre Aufteilung in Diözesen und deren juristischer Status beibehalten werden. Wie bisher werden ihre Bischöfe aus unserer eigenen Mitte gewählt, das Bischofskonzil bleibt bestehen, ebenso wie die Wahlordnung unseres Synods und entsprechend die des Ersthierarchen der Russischen Auslandskirche. Die Wahl des Metropoliten wird auf kanonischer Grundlage durch den Patriarchen von ganz Russland bestätigt, ebenso wie die Wahl der Bischöfe. Unsere Gläubigen wollen wissen: Was passiert, wenn die Bestätigung des neu gewählten Ersthierarchen verweigert wird? Die Bestätigung geschieht auf kanonischer Grundlage und ist durch die Kanones bedingt, folglich muss eine Ablehnung der Bestätigung kanonisch begründet werden. Ist es etwa denkbar, dass die Russische Auslandskirche die Kanones verletzt? Willkür aber wäre in dieser Frage für alle offenkundig. Auf Willkür – das Zelebrationsverbot aus Moskau - gab einst der heilige Neumärtyrer Kirill (Smirnov) im Jahre 1930 seine kanonische Antwort, und ebenso Metropolit Antonij (Chrapovickij) im Jahre 1934 für sich und unsere Hierarchie. Was also die Verweigerung einer Bestätigung betrifft, so würde dies einen Kirchenkonflikt auf höchster Ebene bedeuten, den niemand braucht. Aber nehmen wir einmal an, es brächen andere Zeiten an, in denen die kirchliche Freiheit wieder mit Füßen getreten würde, dann wäre es ohnehin nötig, abermals auf Distanz zu gehen, bis auf bessere Zeiten... Heute jedoch gibt es keine Ausnahmesituation mehr und die kirchlichen Gründe für unsere Trennung sind entfallen (s. unten). Daher muss man sich nach der Ordnung richten, die in der gesamten Orthodoxen Kirche gilt. Demzufolge bestätigt das Oberhaupt des Bischofskonzils der Russischen Kirche, in das unsere Bischöfe eingeschlossen sind als ein kleineres Konzil, deren Wahl im Namen des gesamten Konzils. Anders ist eine konziliare Teilnahme am Leben der gesamten Russischen Kirche nicht denkbar. Unsere Bischöfe sollen vollberechtigte Mitglieder des Bischofskonzils der Russischen Landeskirche werden. Sie werden dann der Ordnungsabfolge entsprechend an den Sitzungen des Synods des Moskauer Patriarchats teilnehmen. Die Teilnahme eines Moskauer Vertreters an unserem Konzil und unserem Synod ist nicht vorgesehen. Alle Entscheidungen, die durch das Moskauer Bischofskonzil oder den Synod getroffen werden, können bei uns nur unter Beachtung unserer Satzung und unseres Status als eines selbst verwaltenden Teils der Russischen Kirche wirksam werden. Eine solche Art der Eigenständigkeit ist in der derzeitigen Russischen Kirche in der Praxis bereits hinreichend erprobt. In dieser Weise leben die eigenständigen Teile der einen Russischen Landeskirche in der Ukraine, in Weißrussland, in Moldawien und in Lettland. In der Satzung des Moskauer Patriarchats kann neben ihnen nunmehr auch unsere Kirche als eigenständiger Teil eingetragen werden. Die vorgesehene Neuordnung der Beziehungen nach diesen Prinzipien wird der Bewahrung unserer Besonderheiten und Traditionen, die sich im Verlauf unseres Lebens und Wirkens in den Ländern unseres Verbleibs entwickelten, nicht im Wege stehen. All das wurde in die Überlegungen einbezogen und schriftlich festgelegt. Der so gefasste kanonische Ansatz betrifft im Prinzip ebenfalls alle anderen Grundfragen der Kirchenordnung, aber je nach den Umständen und den örtlichen Gegebenheiten gibt es im Geiste der Oikonomia auch andere Lösungsmöglichkeiten. Was die eucharistische Gemeinschaft betrifft, ist jegliches Aufdrängen hier von vornherein ausgeschlossen: In der Orthodoxen Kirche resultiert die Konzelebration aus einer persönlich ausgesprochenen Einladung. Es versteht sich von selbst, dass hier unmöglich irgendjemand vermeintliche „Rechte" einfordern, oder über „jemandes Kopf hinweg" vorgehen kann. Nützlich ist aber vor allem die folgende Einsicht: Uns eröffnet sich die Möglichkeit einer vollwertigen, tief greifenden Kommunikation, – so können wir gemeinsam das kirchliche Leben der jeweils anderen Seite real erleben, daran teilnehmen und so das wechselseitige Verständnis und Vertrauen wachsen lassen. Die von den Kommissionen erarbeitete Kirchenordnung offenbart sich nicht nur als normal für die heutige Kirche, sondern sie bleibt auch dem Geist des Allrussischen Kirchenkonzils von 1917-1918 treu. Dort und damals wurde die Entscheidung getroffen, die Diözesen der Russischen Kirche, die das Patriarchenamt aufstellte, zu eigenständigen Metropolitankreisen zusammenzufassen, und zwar sowohl in Russland selbst, als auch jenseits seiner Landesgrenzen. Man ging dort davon aus, dass jeder derartige Metropolitankreis eine eigne Selbstverwaltung und eigene oberste Organe haben werde, – ebenso wie ein jährliches Bischofskonzil und außerordentliche Konzilien unter Teilnahme von Klerikern und Laien (Allrussisches Kirchenkonzil, Acta 168-169, 18.-19. September 1918). Zur Verwirklichung dieses Beschlusses kam es in der Russischen Kirche aber wegen der Verfolgungen nicht. In Freiheit vor Verfolgung, der Situation, in der die Russische Auslandskirche war, konnte der Beschluss zu einem gewissen Teil umgesetzt werden. Bekanntlich gründete sie ihre Tätigkeiten auf den Ukaz Nr. 362 vom 20. November 1920, der seinerseits in dem oben genannten konziliaren Beschluss seine Wurzel hatte. Unsere Diözesen existierten stets im Geiste einer solchen Eigenständigkeit und es gab sogar im Verlaufe von 15 Jahren eigne Metropolitankreise in der Russischen Auslandskirche, die jedoch wegen der Schwierigkeiten im kirchlichen Leben nach Kriegsende aufgelöst wurden. Der Konzilsbeschluss von 1918, wie auch der auf diesem Hintergrund entstandene Ukaz Nr. 362 zielen nicht nur auf eine weitgehende Selbständigkeit der verschiedenen Teile der Russischen Kirche, sondern zugleich auch auf deren Einheit in der Konziliarität. Heute erscheint es möglich, im Geiste dieser Konziliarität in die Gemeinschaft mit dem Moskauer Patriarchat einzutreten.. Anders gesagt, derart können wir das Erbe unserer Väter antreten, indem wir im Geiste ihrer Beschlüsse handeln. Allerdings entstehen auf diesem Weg eine Reihe von Hindernissen, die in der langen Trennung der verschiedenen Teile der Kirche voneinander wurzeln, – mit all den Eigenheiten des kirchlichen Lebens in der UdSSR, und andererseits den Besonderheiten des Lebens der Kirche im Exil –, und in der lang andauernden Unmöglichkeit normaler kirchlicher Kommunikation. Extreme, unversöhnliche Positionen gab es auf beiden Seiten in der geteilten Russischen Kirche. Kraft des Druckes, der durch die Machthaber auf das Moskauer Patriarchat ausgeübt wurde, wurden solche Positionen durch dessen Vertreter auch offiziell zum Ausdruck gebracht. Das entsprach der Linie der damaligen Kirchenpolitik. Aber ein realer guter Wille zur Einheit wurde hier selbst in den furchtbarsten Jahren bewahrt. Was die Auslandskirche betrifft, haben gewisse Personen oder Kreise extreme Auffassungen geäußert, solche wurden jedoch niemals von Konzilien angenommen, und folglich hatten sie nie den Rang einer offiziellen Position. Eigentlich bestimmend blieb für die Russische Auslandskirche der Standpunkt, der den Einstellungen jener drei russischen Hierarchen entsprach, die der hl. Patriarch Tichon als mögliche Patriarchatsverweser benannt hatte: der Metropoliten Agafangel (Preobrazenskij), Kirill (Smirnov) und Peter (Poljanskij). Alle drei befanden sich in Russland und brachten ihre Ablehnung des Vorgehens von Metropolit Sergij (Stragorodskij) zum Ausdruck, zugleich jedoch bewahrten sie die Sicht der Einheit und Ganzheitlichkeit der Russischen Kirche und vermieden Schritte, die ihre inneren Trennungen vertiefen und festschreiben konnten. Diese ihre Haltung ist eine gesunde Grundlage für die jetzige Annäherung. Offenbar ist sie auch dem Moskauer Patriarchat nicht fremd, denn alle drei genannten Hierarchen wurden auch vom Moskauer Patriarchat heilig gesprochen. Die Notwendigkeit einer Verherrlichung der Neumärtyrer steht nicht mehr zur Debatte, denn ihre gesamte Schar wurde durch das Moskauer Bischofskonzil des Jahres 2000 verherrlicht. Dasselbe Konzil löste auch grundsätzlich die uns lange trennende Frage der Beziehungen der Orthodoxen Kirche zur weltlichen Macht. Die während der Verfolgung der Kirche in Russland veröffentlichte „Loyalitätserklärung" (1927) sowie die aus ihr folgende Politik enthielt die Rechtfertigung der gottlosen Macht und des Abweichens von den Weisungen des Gewissens den Machthabern zum Gefallen („Sergianismus"). Es muss betont werden, dass die Abweisung dieser falschen Positionen auf der Ebene des Bischofskonzils des Moskauer Patriarchats verkündet wurde, somit Ausdruck des kirchlichen Willens auf höchster Ebene war. Sehr unterschiedlich sind die Ansichten über das Verhalten des Metropoliten und späteren Patriarchen Sergius sowohl in Russland wie im Ausland. Nur in der Fülle ihrer Einheit wird die Russische Kirche diese tragische und finstere Epoche geistlich bewerten und verarbeiten können. Gewiss, dafür muss vorab noch viel ernsthafte wissenschaftliche Arbeit geleistet werden. Aber das Problem der „Loyalitätserklärung" kann nicht mehr als Hindernis zur kanonischen Gemeinschaft angesehen werden. Auch die Frage des „Ökumenismus" hat an Schärfe eingebüßt. Die ökumenistische „branch theory" (nach der es keine sichtbare Eine Kirche gibt, sondern nur gleichberechtigte Zweige), die am Sonntag der Orthodoxie zusammen mit anderen Häresien dem Anathema anheim gegeben wird, wurde vom Moskauer Patriarchat nie angenommen. Den Versuchen, gemeinschaftliche Gebete mit Heterodoxen zu praktizieren, wurde ein Ende gesetzt. Im Jahre 2000 hat das Moskauer Patriarchat auf demselben Bischofskonzil klare orthodoxe Prinzipien formuliert („Prinzipien des Verhältnisses zur Heterodoxie" sowie die Beilage: „Teilnahme in internationalen christlichen Organisationen"). Von diesen Prinzipien lassen sich nunmehr die Vertreter des Moskauer Patriarchats in internationalen Organisationen leiten. Nicht unberechtigt ist die in Russland geäußerte Überzeugung, die kanonische Gemeinschaft mit der Russischen Auslandkirche werde das innere Leben der Russischen Kirche im Sinne einer Einschränkung liberal-modernistischer Tendenzen und einer Kräftigung traditioneller Positionen beeinflussen. Hinsichtlich der Besitzstreitigkeiten zwischen dem Moskauer Patriarchat und der Russischen Auslandskirche werden die Positionen im „Akt der kanonischen Gemeinschaft" folgendermaßen bestimmt: Bewahrung des status quo, d. h. was der Russischen Auslandskirche zum Beginn der Verhandlungen (2004) gehörte, bleibt ihr Eigentum. Zugleich wurde beschlossen, juristische Auseinandersetzungen diesbezüglich einzustellen. Künftige Probleme, die im Verlauf kirchlicher wirtschaftlicher Tätigkeit entstehen mögen, sollten im Geiste brüderlicher Liebe gelöst werden. Dies gilt auch für die für uns so schmerzliche Frage nach dem Kircheneigentum im Heiligen Land. Es wurde die gleichzeitige Präsenz von Nonnen beider Teile der Russischen Kirche auf dem Grundstück in Jericho vereinbart; gemeinsam nutzen sie auch das Gotteshaus. Außerdem erlaubt das Moskauer Patriarchat nunmehr den Geistlichen der Russischen Auslandskirche in den ihm gehörenden Kirchen auf dem gesamten Territorium des Heiligen Landes zu zelebrieren. Das betrifft sowohl unsere Pilgergruppen, als auch die Vertreter unserer Geistlichen Mission im Heiligen Land und es wird bereits praktiziert. Es muss zugleich unterstrichen werden, dass die eigentumsrechtlichen Beziehungen im Heiligen Land außerordentliche Eigentümlichkeiten aufweisen. Es ist ganz offensichtlich, dass die Russische Kirche bei einem einheitlichen Vorgehen wesentlich mehr für die Erhaltung der orthodoxen Heiligtümer auf dem Territorium Israels und Palästinas tun könnte. Sehr schmerzhaft bleibt für beide Seiten nach wie vor die Frage paralleler Kirchenstrukturen. In Russland war seinerzeit eine Untergrundkirche entstanden. Der Metropolit von Kazan, Kirill (Smirnov), der damals faktisch die gesamte Opposition gegen den Metropoliten Sergij vereinte, bestritt nicht die Gültigkeit der in der legalen Kirchenstruktur gespendeten Sakramente, aber er war der Auffassung, dass eine parallele Organisation der Opposition unter den gegebenen Umständen zulässig sei. Die Russische Auslandskirche kannte seinen Standpunkt und teilte ihn; es bestand auch Verbindung zu den Katakombenchristen. Anfang der 90-er Jahre erschien es folgerichtig, entsprechend dieser über Jahrzehnte gepflegten Praxis russische Gemeinden aufzunehmen, die die Aufnahme in unseren Kirchenverband wünschten. Inzwischen aber normalisierte sich allmählich die Situation in Russland und, unter anderem, auch im Moskauer Patriarchat. Vor diesem Hintergrund rief die Aufnahme russischer Gemeinden durch unsere Kirche in Russland nicht nur ein natürliches Unverständnis, sondern auch Empörung hervor. All das verschärfte das fruchtlose Gegeneinander. Andererseits schuf auch das Moskauer Patriarchat parallele Strukturen in der Diaspora, wo historisch bereits die Russische Auslandskirche vertreten war. (Dieser Prozess hatte schon in den Nachkriegsjahren begonnen, als die Sowjetmacht es der Kirche gestattete, -sei es auch in engsten Grenzen-, im Ausland tätig zu sein). Dies hat auch die durch Konflikte beladene Auffassung voneinander verstärkt. Zweifelsohne kann die schwelende Frage der Parallelstrukturen nicht mit einem Federstrich aus der Welt geschaffen werden. Es bedarf hier der einfühlenden, nüchternen und ruhigen Arbeit, um das kirchliche Leben umfassend kanonisch unter Einbezug der Interessen aller am Prozess Beteiligten zu ordnen. Diese Frage berührt das Schicksal vieler Menschen. In den von den Kommissionen gemeinsam erarbeiteten Dokumenten, ist von pastoraler Umsicht und von einem schonenden Umgang miteinander die Rede. Um noch einmal auf die Frage nach dem Sinn der Russischen Auslandskirche, auf ihren Dienst unter den heutigen Bedingungen zurückzukommen: ihre Mission ist keineswegs abgeschlossen, vielmehr erhält sie gerade jetzt eine neue Dimension, denn sie kann endlich in ihrer gesamten Fülle durch die Gemeinschaft mit dem kirchlichen Russland verwirklicht werden. Deshalb ist es wichtig, die angesammelten Vorurteile und wechselseitigen Vorwürfe zu beseitigen, den neuen Kontext gemeinsam zu entdecken. Das kann letztlich nur im Rahmen der kanonischen Gemeinschaft gelingen, die jetzt entstehen soll.
Veröfentlicht am: 26.07.2006
Aktualisiert am: